Discemotorik -Wir lernen bewegt!

Discemotorik - Wir lernen bewegt

„Vom bewegten Lernen profitieren alle“, so die Kernaussage der Gesundheitssteuergruppe der Pestalozzischule Eisenberg. Mit dem Konzept „Discemotorik – Wir lernen bewegt“ wurde ein bundesweit einmaliges Konzept für ALLE Kinder entwickelt: Die Verschmelzung von ergotherapeutischen und psychomotorischen Elementen zu einem ganzheitlichen Lernansatz. „Das Besondere ist, dass wir Defizite mit Wahrnehmungs- und Bewegungsangeboten ausgleichen und diese immer mit aktuellen Lerninhalten des Kindes verknüpfen“, erklärte Markus Fichter.

 Grundlage dieser gezielten Förderung ist eine genaue Beobachtungsdiagnostik, die Aufschluss darüber gibt, in welchen Bereichen die Defizite und die damit verbundenen Lernschwierigkeiten der Kinder liegen. Aline Klusen berichtet von motorischem Stationstraining kombiniert mit kognitiven Aufgaben: Die Kinder liegen bäuchlings auf Rollbrettern und durchfahren damit einen Parcours, dessen einzelne Stationen mit verschiedenen Rechenaufgaben bestückt sind. Neurowissenschaftlich führt das zu einer engeren synaptischen Verbindung und stärkt das Körpergefühl durch die Spannung, die dabei gehalten werden muss.


Hier ein Interview der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung anlässlich einer fachtagung in Berlin:

Interview mit Aline Klusen und Markus Fichter, Pestalozzischule Eisenberg.

 

Frau Klusen, Herr Fichter, inwiefern ist gerade Bewegung zentral für die Gesundheit an Schulen?

 

Klusen: Sie ist die Grundvoraussetzung für erfolgreiches Lernen. Unser Ziel ist es, Defizite in der Motorik und der Wahrnehmung der Schülerinnen und Schüler auszugleichen. Mit der entsprechenden Bewegung gelingt es, Kinder für erfolgreiches Lernen gut vorzubereiten.

 

Was ist das Neue am Konzept der Discemotorik, das sie an der Pestalozzischule Eisenberg durchführen?



 
Fichter: Bei der Discemotorik geht nicht alleine um Bewegung, sondern um eine Verzahnung von Bewegung und schulischen Inhalten. Es ist eine psychomotorische Förderung, nicht zu  verwechseln mit der „Bewegten Schule“.

Klusen: Hier werden ergotherapeutische und psychomotorische Elemente zu einem ganzheitlichen Lernansatz verknüpft. D.h. wir sehen das Kind als Ganzes und nicht nur seine kognitiven Fähigkeiten.

 

 

Würden Sie ein Beispiel nennen, bei dem ein typisches psychomotorisches Defizit mit der Methode der Discemotorik ausgeglichen wird?

 

Klusen: Wenn man das Kind beim Schreiben beobachtet, hat man das Gefühl es trägt einen Handschuh. Es fasst den Stift nicht richtig, die Schrift wird unleserlich, passt nicht in die Zeile. Wir arbeiten an ihrer Feinmotorik, indem wir den Kindern viel taktilen Input geben, z.B. mit Rasierschaum-, Perlen- und Linsenbädern, aus denen sie Aufgabenkärtchen herausnehmen müssen. Sie müssen die Kärtchen ohne visuelle Kontrolle erspüren und anschließend mit einer Wäscheklammer an die Leine hängen - hier wird auch der Pinzettengriff geschult.

Fichter: Das Schöne ist, auch ohne entsprechende Ausbildung kann man als Lehrer hier nichts verkehrt machen. Es werden viele Basissinne geschult, die Schüler sind motiviert und haben Spaß.

 

Ihr Konzept findet inzwischen deutschlandweit Beachtung, wie fing alles an?

 

Fichter: An unserer Schule fanden zwei Studientage zum Thema Psychomotorik statt. Uns wurde zwar die Theorie vorgestellt, aber die Frage, was man mit diesen Erkenntnissen machen soll, blieb offen. 2010 bekamen wir durch das Modellprojekt „Labor Lernkultur“ der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung die Chance, das Thema praktisch in die Hand zu nehmen. Damals haben wir an unserer Schule einen Bewegungs- und Erlebnisraum für den speziellen Förderbedarf eingerichtet und ein inklusives schulisches Konzept erarbeitet. Dies ist umsetzbar in der Grundschule, Kindertagesstätte und Förderschule.

 

Was würde Sie anderen Schulen empfehlen, die sich für das Projekt interessieren?

 

Fichter: Ein erster Schritt wäre sicherlich ein schulinterner Studientag, um erste Anstöße aus dem Kollegium zu sammeln und Ziele zu vereinbaren. Das hat sich bei uns bewährt.
Weiterhin gibt es die Möglichkeit, bei uns an der Schule zu hospitieren oder an einer zentralen Veranstaltung teilzunehmen, die wir an Fortbildungsinstituten in Rheinland-Pfalz und im Saarland anbieten.

 

Frau Klusen, Herr Fichter, vielen Dank für das Gespräch.

 

Kurzbeschreibung des Konzepts Discemotorik an der PSE

1. Handout-P 02
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